Der Schinkel Pavillon ist eine außergewöhnliche Institution in einem denkmalgeschützten Architekturkleinod im Zentrum Berlins. Der von der Künstlerin Nina Pohl geleitete Kunstverein versteht sich als Plattform zur Förderung zeitgenössischer Skulptur, Installation und Medienkunst. Die wechselnden Ausstellungen zeigen herausragende Positionen, die auf die Besonderheit dieses einzigartigen Ortes eingehen.

Der 1969 von dem Architekten Richard Paulick erbaute Pavillon liegt im Park des Kronprinzenpalais. Das rundum verglaste Gebäude verbindet Elemente aus Klassizismus und Moderne und erlaubt einen Panoramablick auf die Friedrichwerdersche Kirche, den Fernsehturm, die ehemalige Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel und den Berliner Dom. Der Kunstverein macht diesen Ort der Öffentlichkeit zugänglich und knüpft dabei an die institutionelle Tradition des Kronprinzenpalais an. Dieses beherbergte ab 1918 die von Ludwig Justi gegründete Neue Abteilung der Nationalgalerie mit zeitgenössischer Kunst des 20. Jahrhunderts. Ludwig Justi bildete als erster Museumsdirektor die aktuelle Kunstproduktion ab, indem er Arbeiten aus Galerien sowie den Ateliers zeitgenössischer Künstler kaufte und gestaltete dadurch aktiv das Kunstgeschehen seiner Zeit mit. Trotz ihrer Vorbildfunktion für das New Yorker MoMA schlossen die Nationalsozialisten die Neue Abteilung. Die Kunstwerke wurden sukzessive vernichtet oder gingen durch Verkäufe ins Ausland, Kriegsschäden sowie Plünderungen verloren.

Heute ermöglicht der Schinkel Pavillon wieder Freiraum zur Präsentation und Weiterentwicklung wichtiger, aktueller künstlerischer Arbeiten und bewahrt damit zugleich ein wichtiges DDR Baudenkmal für die Öffentlichkeit. Der Schinkel Pavillon ist in seiner Kombination aus exzentrischer Ausstellungsarchitektur und anspruchsvollem Künstlerprogramm einzigartig.

Bilder: Thorsten Klapsch

Schinkel-Map