Mohamed Bourouissa
LINK
18. Januar – 15. März 2020
Eröffnung: 17. Januar 18:00

Mohamed Bourouissa (*1978 in Blida, Algerien) widmet sich in seinem Werk der Rolle des Individuums innerhalb gegenwärtiger politischer, sozialer und ökonomischer Strukturen. Seine multidisziplinären Projekte entstehen in intensiver Zusammenarbeit mit den Gruppen und Menschen, die zugleich Quelle und Gegenstand seiner Fotografien, Skulpturen, Installationen, Zeichnungen und Videos werden. Dabei sind es zumeist periphere Orte und marginalisierte Gruppen, die Bourouissa als Spiegel des Zustands einer Gesellschaft und dessen Subjektverständnis adressiert und diskutiert.

Mit der neu entstandenen Videoarbeit LINK (2019) weitet Bourouissa seinen Blick auf einen ähnlich peripheren Raum aus und nähert sich der zeitgleich tabuisierten wie alltäglichen Praxis virtueller Sexualität. Die semi-dokumentarische Arbeit betrachtet Video-Chatforen und humanoide Latex-Puppen, die nicht nur die Erfüllung körperlicher Lust versprechen, sondern vielmehr zu Sehnsuchtsorten und Projektionsflächen emotionaler Intimität werden. Bourouissa diskutiert dabei das ambivalente Verhältnis des Menschen zu den uns umgebenden technischen Dingen und wirft die Frage auf, ob und in welcher Form sich körperlich-emotionale Erfahrung heute in eine immaterielle wie anonyme Sphäre verlagert.