Peter Wächtler
Kein Morgen kann so schön sein
3. Juni – 30. Juli 2017
Eröffnung: 2. Juni 19:00

Peter Wächtler (*1979) arbeitet mit Animation, Video, Sound, Skulptur, Zeichnung und Text, der oft in Form von Prosa oder Lyrik seine (animierten) Bilder und Bildkörper narrativ umfasst. Sprache wird in seinen Installationen zu einem Element des Transfers, mittels dessen der Künstler zeitliche Überlagerungen aus Geschichte, gegenwärtigen Lebensmodellen und Fiktionen des Daseins bildet. Wächtler erzeugt – sowohl im Ausstellungsraum, als auch innerhalb seiner Werke – Szenarien eines subjektiven Realismus, im Kontext derer er mit kritisch-grotesker Direktheit soziale Gefüge verhandelt. Profil-, Situations- und Raumbeschreibungen werden durch Plastizität, grafische Darstellung oder verbale Schilderung wie in einem Hypertext miteinander verknüpft und ineinander verschränkt. Dabei ist es über die Klarheit der jeweiligen Form oder die Spezifik der Materialität vor allem die Abstraktion des Realen, die oftmals mittels Repetition und Variation aus Peter Wächtlers Arbeiten heraus nach einem Standpunkt im Leben fragt: wie etwas war, wie es ist, oder wie es sein sollte.

 

Für seine Ausstellung „Kein Morgen kann so schön sein“, präsentiert im Gewölbekeller des Schinkel Pavillons, hat Peter Wächtler sechs neue Keramiken sowie einen neuen Stop-Motion-Animationsfilm produziert. Der Film zeigt den Mond über einer nächtlichen Burgfestung mit Zipfelmütze und Pfeife, untertitelt mit einem Gedicht über geschlossene Wertesysteme und ihre Gültigkeiten. Die sechs Keramikskulpturen, deren überzeichnete Körpergestalten zwischen realem Tier und Animationsfilm-Charakter changieren, sitzen diesem Setting – als lesende, schlafende und dösende Maulwürfe auf einem thronartigen Sessel – wie stille, blinde Wächter bei.

 

 

Christina Irrgang

 

 

Credits

Kein Morgen kann so schön sein,
09:50 mins., HD Video, 2017

Kamera
Adam Milburn
Assistenz Animation
Albrecht Hegge, Ida Michel

Schlagzeug und Aufnahme: Alexander Hoetzinger, sound & song Studio Berlin
Flöte: Ed Atkins
Saxophon: Rainer Theobald